Für ein Bier mehr

Kultur | ROBERT ROTIFER / London | aus FALTER 03/04 vom 14.01.2004

LONDON SOUND FILES Mit Robin Proper-Sheppard (alias Sophia) und King Creosote wagen zwei notorische Industrieverweigerer den Sprung in die große, weite Welt. 

Wer dem König die Hand schüttelt (er ist ein formloser Monarch), sollte nicht zu stark zudrücken. Vor einiger Zeit, erklärt King Creosote, habe er sich nämlich die rechte Hand gebrochen, ohne deshalb gleich wie eine Memme ins viel zu weit entfernte Spital zu fahren. Seitdem knacken die Knochen, aber das scheint den Ex-Bluegrass-Musiker nicht daran zu hindern, seine folkig-sarkastischen Songs am Akkordeon oder mit barockem Gitarrenzupfen im Stil eines Nick Drake zu begleiten. Gelegentlich streut der auf den bürgerlichen Namen Kenny Anderson hörende King auch einen Beat vom Schellenkranz oder gar ein paar Samples ein, die jeweils dem Metrum oder der Tonart entsprechen - aber nie beidem zugleich.

  Seinen Herrschernamen verdankt der schmächtige Flusenbartträger übrigens dem Kreosot, einer öligen Substanz aus Buchenholzteer,


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