Pizza für Teheran

Kultur | MAYA McKECHNEAY | aus FALTER 03/04 vom 14.01.2004

FILM Mit "Crimson Gold" ist dem iranischen Regisseur Jafar Panahi ein kleines Meisterwerk in der Tradition der Neorealisten geglückt. 

Noch ist die Leinwand schwarz, doch man kann hören, dass da was passiert: Poltern, Keuchen, eine Männerstimme fordert die Herausgabe von Schmuck: "Wo ist der Safe? Ich habe eine Waffe!" Dann erst gibt der Bedrohte mit seinem Körper die Kameralinse frei, wir blicken in einen kleinen, halbdunklen Geschäftsraum und werden Zeugen eines Raubüberfalles, der auf entsetzliche Art schief läuft.

  In allen Arbeiten des iranischen Filmemachers Jafar Panahi, des ehemaligen Regieassistenten von Altmeister Abbas Kiarostami, bahnen sich die Ereignisse auf diese Weise ihren Weg in den Kinosaal - seien es der Lärm des Bazars in "The White Balloon" (1995), die Geburtsschreie in "Dayereh - The Circle", Panahis Festivalerfolg von 2000, oder jetzt der harsche Überfallsdialog in der ersten Szene von "Crimson Gold" ("Talaye Sorgh"). Das Geschehen ist zu hören, bevor


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