SPIELPLAN

Kultur | KARIN CERNY | aus FALTER 03/04 vom 14.01.2004

Es gibt Inszenierungen, die hören sich als Konzept toll an. Wäre da nicht die Umsetzung. In "fe/male polaroids" beruft sich Regisseurin Corinne Eckenstein auf die körperlich ebenso direkten wie entrückten Fraueninszenierungen in den Fotos der Australierin Tracey Moffatt. Besonders angetan hat es Eckenstein die Fotoserie "Guapa", die Frauen beim American Roller Derby zeigen, einer bei uns weitgehend unbekannten und wahrscheinlich deshalb umso geheimnisvolleren Sportart auf Rollschuhen, die ziemlich Sci-Fi-artig aussieht. Im dietheater Künstlerhaus begegnet man fünf Darstellerinnen (zwei Schauspielerinnen, drei Tänzerinnen) in witzigen Sportkostümen bei Wettkämpfen, deren Regeln man nicht versteht. Zwischendurch rezitieren sie Texte, in denen es um Gewalt gegen Frauen geht. Eine reichlich kryptische und verkrampfte Veranstaltung, die von Moffatts klugem Witz so weit entfernt ist wie die Olympischen Spiele von einer Schulturnhalle.

  Es gibt Stücke, die hören sich interessant an.


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