Die Stunde des Werwolfs

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 03/04 vom 14.01.2004

LITERATUR Mit "Nachtarbeit" hat Jáchym Topol einen bild- und sprachgewaltigen Roman über die Okkupation der Tschechoslowakei geschrieben. 

Jáchym Topol, 1962 in Prag geboren, ist eine der schillerndsten Figuren der jüngeren tschechischen Literatur, ein Popstar der Dissidenz sozusagen. Im zarten Alter von 15 unterzeichnete der Sohn des bekannten Dramatikers Josef Topol die Charta 77; er gab die (nach wie vor existierende) Kunst- und Literaturzeitschrift Revolver Revue heraus und belieferte darüber hinaus noch die Rockband seines Bruders mit Songs. Topols halluzinatorischer Roman "Die Schwester" (1998) galt als ein Schlüsselwerk nach der Wende und ist in seiner deutschen Übersetzung ebenso vergriffen wie sein Vorgänger "Engel EXIT".

  "Nachtarbeit", dessen tschechisches Original ("Nocní práce") vor zwei Jahren erschienen ist, ist Topols jüngster Streich und handelt von der Okkupation der Tschechoslowakei 1968 - ein Hinweis, der freilich in etwa so viel besagt wie die Feststellung,


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