Außer Rand und Band

Kultur | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 03/04 vom 14.01.2004

KUNST Der Film-Underground der Sechzigerjahre ignorierte die Grenzen zwischen Kino und bildender Kunst. Das Museum moderner Kunst zeigt nun einen Überblick über jene fächerübergreifenden Experimente. 

Die Leidenschaft der Kunst für das Kino neigt zur Einseitigkeit. Die munter vor sich hinwuchernden Digicam-Eigenbau-Dokus und omnipräsenten Filminstallationen in Kunsthallen, Galerien und Museen haben seit Mitte der Neunzigerjahre das Wechselverhältnis dieser beiden Bereiche zu einem beherrschenden Thema der Kunstkritik gemacht. Der Theoretiker Boris Groys spricht gar von einer "musealen Nacht". Dennoch werden die filmischen Aktivitäten im Kunstbereich von Cineasten misstrauisch beäugt, die den oft sorglosen Umgang von Künstlern mit filmischen Mitteln beanstanden. Auch die Projektionsmethoden in den temporären Minikinos werden als ungenügend empfunden.

  Das hängt zum einen damit zusammen, dass der Film - im Gegensatz zur Videokunst - von der Kunstgeschichte nie zu ihrem Forschungsgegenstand


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