STADTRAND

Dachschlawiner

Stadtleben | aus FALTER 03/04 vom 14.01.2004

Kein urbanes Klimaphänomen wurde in den vergangenen Tagen derart ausführlich diskutiert wie die gemeine Dachlawine: Wer haftet, wenn Passanten von abgehendem Dachschnee getroffen werden? Müssen Hauseigentümer tatsächlich unter Einsatz ihres Lebens verschneite Dachlandschaften besteigen und den Schnee entfernen, oder darf man dazu auch einfach Dynamit verwenden? Wurde eigentlich schon einmal jemand von so einer Dachlawine erschlagen? Und: Gibt es im Falle des Falles überhaupt genügend Dachlawinen-Suchhunde in Wien? (Böse Zungen behaupten, dass die "Fraktion Pelzmantel tragender Josefstädter" diesen Job gerne übernimmt: Ein Fässchen Rum an den Hals, und geht schon!) Hausbesorger stellten in den vergangenen Tagen vorsorglich nett gemeinte Hinweistafeln auf. Auch wenn auf dem Dach gar kein Schnee mehr lag, versperrten an die Hausfassaden gelehnte und geschraubte eiserne Warnstangen den Weg. Und was taten vollkommen verunsicherte Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt? Beim Gehen nach oben schauen. Womöglich ist es sogar so, dass es kaum Dachlawinenopfer gibt und sich mehr Menschen ernsthafte Verletzungen zuzogen, weil sie ein Warnschild "Vorsicht Dachlawine" übersehen haben und drüber gestolpert sind. Autsch. C. W.


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