VOR 20 JAHREN IM FALTER

Vorwort | aus FALTER 04/04 vom 21.01.2004

Manchmal müssen Sie mir gestatten, dass ich aus Sentimentalität, wenn ich alten Texten von mir begegne, diese hier auszugsweise auch abdrucke. Zum Beispiel war da diese Reportage über die letzte Fahrt des J-Wagens. Des alten J-Wagens, wohlgemerkt, der die Stadt durchquerte wie sonst kein Verkehrsmittel: Er führte vom Bahnhof Erdberg zur Erdbrustgasse in Ottakring und zurück (heute endet seine Route am Karlsplatz).

  Für mich war die Bahn dieser Linie von merkwürdiger Bedeutung, als Student hatte ich meine verschiedenen Wohnungen immer in der Nähe des J-Wagens gehabt. Mit dieser Bemerkung begann ich meine Reportage. "Der J-Wagen brachte mich in die Stadt, auch ins Freie, seine vertraute, immer etwas schäbige Gestalt war der Neulerchenfelder Straße, der Erdbergstraße recht angemessen, fiel dort nicht weiter auf. Am Ring hingegen merkte man, dass der J-Wagen immer ein Stück hinter der gerade aktuellen Straßenbahnmode zurückgeblieben war. Er hatte, als ich ihn kennenlernte, noch

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