Eine Kandidatin mit Herz

Vorwort | ARMIN THURNHER | aus FALTER 04/04 vom 21.01.2004

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich das Herz zum Herzen findet. Es geht ja nur um eine Wahl. 

Nein, es war kein guter Start der Kandidatin Ferrero-Waldner. Umringt von Schüssels Paladinen, machte sie zwar bei der allzu späten Präsentation durch die Volkspartei gute Figur. Aber schon zwei Tage später, beim ersten großen Rundfunkinterview als Präsidentschaftskandidatin, zeigte sie Unsicherheiten. Mehrfach gab sie zu Protokoll, nichts sagen zu wollen, und betonte, auch nichts sagen zu müssen. Dieses Entschlagungsrecht bei Fragen gilt gewiss für uns mehr oder weniger gewöhnliche Staatsbürger, aber bei einer Bewerberin um das höchste Amt im Staat will man es doch genau wissen, wenn es um gesellschaftlich relevante Ansichten geht. Auch der Schutz des Privatlebens dürfte etwas enger bei jemand ausgelegt werden, der es nicht schafft, die Annullierung seiner Ehe und die späte kirchliche Trauung so diskret zu halten, dass sie nicht auch als Argument


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