KRIMINALPOLIZEI

Kottan im Widerstand

Politik | aus FALTER 04/04 vom 21.01.2004

Geheimprostituierte aus dem Verkehr gezogen!", jubelten die Zeitungen. Reporter waren live dabei, als maskierte Polizei am Wochenende in die Séparées am Gürtel eindrang, um Menschenhändler und Prostituierte festzunehmen. "Ein Schlag gegen die Unterwelt", verkündete Roland Horngacher, der neue Wiener Kripochef. Immer öfter inszeniert er solche medial beklatschten Aktionen. Sind sie auch effizient? In Polizeikreisen regt sich Unmut. Denn zumeist würden die spektakulär verhafteten Gangster nach Abzug der Reporter wieder freigelassen. Kritikern missfällt, dass der Staat Hand in Hand mit Boulevardreportern auf Verbrecherjagd geht, statt kriminalistische Kleinarbeit zu leisten. "Das ist Eventkriminalistik. Achtzig Prozent der Festgenommenen müssen wir am nächsten Tag wieder freilassen", merkt der Wiener Kriminalbeamte Richard Benda an. Diese Großaktionen, so kritisiert der ehemalige ÖVP-Bezirksrat, würden sich jedoch öffentlichkeitswirksam gut verkaufen. Mitunter agieren die Fahnder


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