FERNSEHEN

Medien | JULIA ORTNER | aus FALTER 04/04 vom 21.01.2004

Menschenverachtend und tierquälerisch, eine Art Psycho-Folterkeller für Mensch und Tier. Schon ewig haben sich Tratschblätter und Qualitätszeitungen nicht so über ein Reality-Format ereifert wie über "Ich bin ein Star - holt mich hier raus!" RTL zeigte zehn deutsche Möchtegern-Promis von Barde Costa Cordalis bis zur einer TV-Moderatorin namens Beil, die sich zwölf Tage lang in ein australisches Dschungelcamp einsperren und beim kargen Leben in der Natur filmen ließen. Nicht zu vergessen spätpubertäre Mutproben, bei denen der Schlagerfuzzi den Kopf in Pythonkäfige steckte, der ehemalige Castingshowteilnehmer mit Kakerlaken überschüttet wurde oder die Fernsehtante sich von fiesen Sträußen beißen ließ. Klingt blöd und fies, ist aber sehr lustig. Denn dieses Echtmenschen-Fernsehen ist endlich mal ethisch völlig in Ordnung. Hier werden keine armen Jugendlichen vorgeführt, denen man suggeriert, sie würden "Stars", sondern abgehalfterte B- bis C-Prominente auf der Suche nach irgendeiner Medienpräsenz. Außerdem sollen die Gequälten - je nach Promigrad - 20.000 bis 60.000 Euro "Aufwandsentschädigung" kriegen. So einen gut bezahlten Job haben die wahrscheinlich eh selten.


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