Kommentar

Gratzers Fall: die Rache der lieben Familie

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 04/04 vom 21.01.2004

Josefstadt-Direktor Hans Gratzer tritt zurück und wird Intendant der Sommerspiele in Bad Hersfeld; seine Nachfolge tritt Vorgänger Helmuth Lohner an. Was sich wie eine satirische Notiz aus "Best of Böse" liest, ist Wiener Wirklichkeit: Die Ära Gratzer an der Josefstadt hat ein überraschendes Ende gefunden.

Die Gesellschafter und der Aufsichtsrat des Theaters in der Josefstadt waren am Dienstag vergangener Woche zu ihrer jährlichen Sitzung zusammengetroffen, die mit einem in der jüngeren Theatergeschichte beispiellosen Ergebnis endete: Gratzer legt ab sofort die Geschäftsführung zurück und ist nur noch bis Ende der Spielzeit künstlerischer Leiter der Josefstadt. Dann wird Helmuth Lohner - soweit es seine Zeit erlaubt ("Ich bin ungeheuer ausgebucht!") - als "Berater" zur Verfügung stehen.

Dass Gratzer im hessischen Bad Hersfeld ab 2006 einen Intendantenvertrag in der Tasche hatte, war womöglich willkommener Anlass, bestimmt aber nicht der Grund für den Rausschmiss: Erstens war


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