MICHAEL HANEKES "WOLFZEIT"

Der Letzte macht das Licht aus

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 04/04 vom 21.01.2004

Ganz unabhängig davon, ob man Michael Hanekes jüngsten Film als die optimistischste oder als die deprimierendste seiner bisherigen Arbeiten betrachtet, eines lässt sich schwer bestreiten: "Wolfzeit" ist Hanekes bislang finsterster Film. Das ist, wie sich schon nach wenigen Minuten erweist, eine schlichte Feststellung ohne jeglichen interpretatorischen Überschuss. Mit hohem beleuchtungstechnischen Aufwand (siehe oben stehendes Interview) leuchtet der Regisseur seinen Hauptdarstellern mit einer Dunkelheit heim, die man so im Kino noch nicht gesehen hat: Die Leinwand ist pechschwarz, plötzlich sieht man im Hintergrund ein kleines Flackern (das sich später zum veritablen Brand entwickeln wird) und ahnt etwas von der Tiefe des Raumes, der seine Konturen vollständig verloren hat.

  Es sind solche Einstellungen, die am nachhaltigsten im Gedächtnis bleiben - diesem buchstäblich eingebrannt werden. Ganz zum Ende, bevor dann noch eine lange Zugsfahrt durch die menschenleere, aber keineswegs


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