STREIFENWEISE

Kultur | MAYA McKECHNEAY | aus FALTER 04/04 vom 21.01.2004

Von weitem sehen wir schon dieses neue Zuhause", erzählt die Frau mit dem blauen Kopftuch. "Über der Toreinfahrt steht: Arbeit macht frei'." Das "Zuhause", von dem Helene Igerc spricht, ist das Konzentrationslager Ravensbrück. Die slowenische Bäuerin, die man wegen vermuteter Kollaboration mit einer Partisanengruppe verhaftete, ist eine von sechs Frauen, die sich in Bernadette Dewalds und Gerda Klingenböcks Dokumentation "Vom Leben und Überleben" an ihre Zeit in der "Erdenhölle" erinnern. Die ursprünglich als Archivprojekt angelegte Arbeit ist in jeder Hinsicht puristisch: Eine starre Kamera bleibt während der Interviews auf den Protagonistinnen, widersteht, selbst wenn diese deuten -, "dort, das Foto an der Wand!" - der Versuchung, hinüberzuschwenken. Bebilderungsversuche gibt es schließlich genug. Nach "Im Toten Winkel" (Heller/Schmiderer) und "Das wirst du nie verstehen" (Anja Salomonowitz) ist "Vom Leben und Überleben" ein weiterer wichtiger Beitrag zu einer weiblichen Gegengeschichtsschreibung,


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