Ein Mann wie ein Zoom

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 04/04 vom 21.01.2004

THEATER Der deutsche Regisseur Stephan Kimmig debütiert mit Grillparzers "Goldenem Vließ" am Burgtheater. Porträt eines Theatertriebtäters, der ganz harmlos aussieht. 

Wenn man mit Menschen, die ihn gut kennen, über Stephan Kimmig spricht, fallen große Worte: Feuer, Liebe, Leidenschaft. Wenn man Stephan Kimmig dann persönlich gegenübersitzt, wirkt er eher harmlos. Freundlich beantwortet er die Fragen, auf große Worte kann man lange warten. Aber dann kommt auf einmal ein Satz wie dieser: "Ich will Geschichten erzählen, die weh tun."

  Auch die Inszenierungen des 44-jährigen Regisseurs sehen auf den ersten Blick recht unspektakulär aus. Verglichen mit dem wuchtigen Konzepttheater von Kollegen wie Martin KusÇej oder Michael Thalheimer kommen Kimmigs feinziselierte Arbeiten geradezu unauffällig daher. Psychologischer Realismus, möchte man meinen, aber das ist nur die halbe Wahrheit. In allen Kimmig-Aufführungen gibt es Momente, die für Irritation sorgen: ein surreales Bühnenbilddetail,


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