OHREN AUF!

Vive la France!

CARSTEN FASTNER | Kultur | aus FALTER 04/04 vom 21.01.2004

Einmal Serge Gainsbourg ("Marilou sous la neige"), dazu natürlich Jane Birkin ("Elaeudanla Téïtéïa"), einmal Brigitte Bardot ("Un jour comme un autre") und einmal Georges Brassens ("Je m'suis fait tout petit") - Kompilationen wie "French Café" (Putumaya/ Hoanzl) lassen einen auch im tiefsten Winter den tristen Umstand vergessen, dass Wien bedeutend näher an der Ukraine liegt als an Paris: 13 Chansons versammelt diese gelungene collection und stellt dabei die genannten Promis neben hierzulande weniger bekannte Musiker der aktuellen Szene wie die charmant nostalgisierende Paris Combo, Coralie Clément oder Enzo Enzo. Kitsch und Klischee bleiben dabei genau im richtigen Verhältnis: formidable!

Umgekehrt wäre ein solches Album kaum vorstellbar: "Le meilleur d'Austropop"? - Na ja. Die österreichische Musikgeschichte hat schließlich bessere Zeiten gesehen, die auch tatsächlich auf Interesse in Frankreich stoßen. Die Zeit des eher musikalisch als politisch begabten Kaisers Karl VI.

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