Beine, Brüste, Bärte

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 04/04 vom 21.01.2004

LITERATUR Martin Walser hat ein lesenswertes Buch geschrieben und wird daraus demnächst in Wien vorlesen. 

Schön, wenn man aus dem Vollen schöpft. Dann kann man auch noch Gedankensplitter, Notate und Beobachtungen aus längst vergangener Zeit zu einem Buch machen, ohne dass sich wer betrogen fühlte. Ganz im Gegenteil: Die Kritik hat Walsers jüngstes Buch, es heißt "Meßmers Reisen", seiner aphoristischen Brillanz wegen als "funkelnd" oder bar jeglicher "funkelnden Schlaubergerei", aber auch als "still", "erschütternd" und "urkomisch", als "stilles, aber großes" bzw. "großes kleines Buch" gepriesen. Am dollsten hat es eine Rezensentin mit den Namen Regina General ausgedrückt: "Lebensweisheit und Munition - gebündelt von einem, der gerne scharf schießt."

  Irgendwie stimmt das alles ja auch ein bisschen. Im Grunde genommen aber sind es halt Reflexionen eines Herrn (dieser Meßmer, so wird überall betont, sei ein Alter Ego des Autors und schon 1985 als Titelheld aufgetreten),


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