Fragen Sie Frau Andrea

Shabu Japon

Stadtleben | aus FALTER 04/04 vom 21.01.2004

Liebe Frau Andrea!

In einem Lokal ganz in meiner Nähe gibt es einen merkwürdigen, kleinen Raum. Er nennt sich "Japanisches Zimmer", ist telefonzellengroß und an den Wänden gepolstert. Nun gibt es verschiedene Theorien, wozu dieses Zimmer gut sein könnte. Aber Sex könnte man auch auf der Toilette nebenan haben, oder? Das sonst so schlaue Google hatte keine Antwort parat, also wende ich mich an Sie, die von solchen Merkwürdigkeiten sicherlich mehr Ahnung hat. Danke und hochachtungsvoll,

Dominique Gromes, Internet

Liebe Dominique,

das ungoogelbare Räumchen befindet sich in der Bar a Shabu in der Rotensterngasse im "zweiten Hieb". Das Lokal wird von Georg Aichmayr betrieben, der hier nach Perle und Nordpol 3 den Vorläufer, die Absinth-Bar Kafe Shabu installierte. Im Prä-Shabuicum befand sich hier das Café Kärnten, das 1971 jenes Styling erfuhr, das die Unterlage für Aichmayrs innenarchitektonisch marginale Adaptionen bildete: mit einem Funghetto genannten italienischen Stoppelbillardtisch, wie ihn das Wiener Pistenpersonal auch in der Perle und im Café Anzengruber findet, und einem von Aichmayr "Japanisches Zimmer" getauften Stehseparee, einer von japanischen Kojenhotels inspirierten Hommage an frühere Zeiten, als die legendäre "Wilde Wanda" Kuchwalek im Café Kärnten nach den Hasen sah. "Bar a Shabu" heißt die Örtlichkeit nach dem Song Café Shabu, den Aichmayr auf dem John Cale/Bob Neuwirth-Album "Last Day on Earth" entdeckt hat.

Frau Andrea gibt es jetzt auch als "Falter"-Buch. Mailen Sie Ihre Fragen an: frau.andrea@falter.at


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