VOR 20 JAHREN IM FALTER

Vorwort | aus FALTER 05/04 vom 28.01.2004

1984 lebte er noch, der erste Wiener Kulturstadtrat Wiens nach 1945, der unorthodoxe Kommunist Viktor Matejka. Als sein Memoirenbuch "Widerstand ist alles" im LöckerVerlag erschien, brachten wir einen Vorabdruck aus dem Kapitel "Wie Arnold Schönberg zu Ehren kam". Matejka schildert das antisemitische Klima in Wiener politischen Kreisen und wie es ihm unmöglich gemacht wurde, Schönberg aus Kalifornien zurückzuholen. Niemand wollte etwas von ihm wissen, die Philharmoniker wollten für Hans Pfitzner ein Ehrengrab, aber "Schönberg war für sie ein fremder Mann in einem fernen Land".

  Um, wenn schon nicht die Heimkehr, so doch wenigstens eine Ehrung zu Schönbergs 75. Geburtstag zustande zu bringen, war Matejka jedes Mittel recht. Es galt, den Wiener Gemeinderat, und da vor allem den laut Matejka antisemitischen Christlichsozialen Weinberger, zu überzeugen. Also verspach Matejka, Weinberger mit Konzerthauschef Seefehlner zu verbinden. Er rief an. "Am anderen Ende des Drahtes meldete


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