Lauter Punschkrapfen?

  Jahrelang haben die Kärntner Genossen Haider verdammt und sich dann doch immer wieder mit ihm arrangiert. Ist nun alles anders? Ein Kärntner Parteigrande zweifelt daran: "In Wahrheit hat sich die Kärntner SPÖ in zwanzig Jahren nie geändert." Das hat Ambrozy im Wahlkampf sogar indirekt zugegeben. Er wolle an die Ära Wagner anknüpfen, verkündete der Landeshauptmann in spe - und tappte ins Fettnäpfchen. Denn vielen Kärntnern gilt Wagners Regentschaft heute als Inbegriff von Postenschacher und Willkür. Zum Aufstieg Haiders trug der Patriarch mit seiner Politik wohl maßgeblich bei. "Jetzt haben die Leute von Haider die Nase voll", meint ein roter Wahlkämpfer. "Bloß: Einen Siegertypen an der Spitze haben wir leider auch nicht."

Politik | GERALD JOHN und NINA WEISSENSTEINER | aus FALTER 05/04 vom 28.01.2004

KÄRNTEN Nach eineinhalb Jahrzehnten fern der Macht könnten die Roten wieder den Landeshauptmann stellen. Aber weder ihre Politik gegenüber Haider noch die gegenüber ihrer eigenen Vergangenheit geben Anlass zur Hoffnung. 

Wer in Kärnten Landeshauptmann werden will, für den ist die späte Geburt keine Gnade. Peter Ambrozy etwa kam ein Jahr nach Kriegsende, im August 1946, zur Welt. Zu spät, um das uneingeschränkte Vertrauen der Altvorderen in seiner eigenen Partei zu genießen. Als der junge Ambrozy 1988 dem Patriarchen Leopold Wagner als Landeshauptmann nachfolgte, kommentierte Landtagspräsident Rudolf Tillian, Wortführer der Nationalen in der Kärntner SPÖ, skeptisch: "Frontkämpfer ist er keiner. Aber zumindest sein Vater war einer."

  Nach eineinhalb Jahrzehnten ist nun doch noch einer aus ihm geworden. Wie so oft verlaufen die Fronten aber durch die eigenen Reihen. Kaum hat Peter Ambrozy seine Partei auf einen harten Kurs gegen Landeshauptmann Jörg Haider eingeschworen,


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