PRESSESCHAU

Medien | EVA WEISSENBERGER | aus FALTER 05/04 vom 28.01.2004

Knifflige Aufgabe: Wiener-Autor Justus Franz musste für die Februar-Nummer ein Restaurant besprechen, das schon im Oktober aufgesperrt hatte. Und bei einem Männermagazin muss jede Geschichte irgendwie sexy daher kommen. Also beginnt er seine Lokalkritik mit 107 Zeilen über den Namen Gerhild, die Geschichte des südlichsten Bundeslandes, die Reize der Kärntnerinnen im Allgemeinen, Gerhilds Gesicht, Busen und Garderobe im Besonderen, sowie Tangas, wiederum im Allgemeinen. Dann erst kommen 59 Zeilen über den Koch, die abrupt enden mit: "Gerhild nippt entspannt an einem Glas Champagner, dem Dosenöffner der Franzosen." Es folgen schlechte ("Gerhild ist blauer als der Blaustern") und noch schlechtere Wortwitze ("... um dann, in Anspielung auf ihre Beine und mein Intimstes, einen Longdrink mit viel kubanischem Rum zu ordern"). Aber Franz ist sicher noch jung. Eines Tages, nach viel kubanischem Rum, wird er schreiben können wie Michael Jeannée. Der beginnt sein Porträt des Starmania-Sängers Michael in der Samstags-Krone mit dem Satz: "Ob der Bachelor ein angeschwuchtelter Pleitier, larmoyanter Impotenzler oder betrügerischer Vollhomo ist, gilt mir gleich."


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