KOMMENTAR

"Starmania": Helden ohne Zukunft

Kultur | GERHARD STÖGER | aus FALTER 05/04 vom 28.01.2004

Es kam nicht wirklich überraschend, dass das Finale der öffentlich-rechtlichen Popstarschmiede "Starmania NG" mit einem Falco-Medley eröffnet wurde. Das Land ist nun einmal arm an potenziellen Vorbildern für den österreichischen "Popstar des Jahres 2004", Kruder & Dorfmeister lassen sich ja nur schwerlich auf die Karaokebühne bringen. Und DJ Ötzi? Na ja.

Abgesehen davon, dass Falco wohl nicht einmal die erste Vorrunde des "Starmania"-Castings überlebt hätte, wirkte es gleich zweifach zynisch, als sich die so genannte "neue Generation" selbst als "Helden von heute" feiern durfte: Was im doppelbödigen Original gleichermaßen als Affirmation wie als Kritik der modernen Welt angelegt war, reduzierte sich hier auf eine hohle Parole, die letztlich auch das Konzept einer Sendung widerspiegelt, in der Arbeit als Spaß verkauft und ein beinhartes Konkurrenzverhältnis hinter dem Image der stets gut gelaunten Community verborgen wird - die Funktionsprinzipien des Neoliberalismus, aufbereitet


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