AUFGEBLÄTTERT

Kultur | MARTIN DROSCHKE | aus FALTER 05/04 vom 28.01.2004

Jungen habens nicht leicht und Mädchen erst recht nicht. Ob das wirklich so ist, sei dahingestellt. Die Literatur jedenfalls kümmert sich bevorzugt um Kids, die an Problemen zu knabbern haben oder gleich unter albtraumartigen Zuständen leiden, und das ist völlig in Ordnung, so lange die Autoren mit ihrer Fiktion überzeugen können. Besser als "Meeresrand" von Véronique Olmi (Herbst 2002) kann ein Roman kaum sein, der davon erzählt, was Kinder Schlimmes durchleiden müssen. Es wundert folglich nicht, dass der nun erschienene zweite Prosaband der Französin, die Geschichte einer schweren Kindheit im goldenen Käfig des Spießbürgertums, in den Feuilletons durchgefallen ist. Die längst erwachsene "Nummer sechs" aus einer angesehenen Großfamilie müht sich darin, ihrem sterbenden Vater jene elterliche Zuwendung abzuringen, die sie als Mädchen so sehr vermisst hatte.

  Auch Maike Wetzel erzählt bevorzugt von den schweren Momenten, die ihre meist jungen Figuren im Alltag zu meistern


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