Begräbnis erster Klasse

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 05/04 vom 28.01.2004

THEATER Was Sie schon immer über den Tod wissen wollten: Mit der Doku-Performance "Deadline" gastiert das Regie-Trio Rimini Protokoll erstmals in Wien. 

Alle 1,7 Sekunden stirbt irgendwo auf der Welt ein Mensch. Alle 1,7 Sekunden schlägt das Herz der Hamburgerin Alida Schmidt, wenn sie aufgeregt ist. Alida Schmidt ist eine der Protagonistinnen der Performance "Deadline", die ab dieser Woche im Kasino des Burgtheaters zu sehen ist. Die Vorstellung beginnt damit, dass die junge Frau an ein Herzfrequenzgerät angeschlossen wird, wie man es aus der Intensivstation kennt. "Piep! Piep! Piep!", macht die Maschine. Kommentar: "Mit jedem Herzschlag stirbt ein Mensch."

  Solche lapidar-poetischen Pointen machen den eigenwilligen Charme des Stücks aus, mit dem sich das erfolgreiche Konzepttheater-Trio Rimini Protokoll aus Deutschland erstmals in Wien präsentiert. "Deadline" handelt vom Leben mit und nach dem Tod. Aber es werden keine religiös-philosophischen, sondern sachlich-pragmatische Fragen


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