Kill Grill

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 05/04 vom 28.01.2004

THEATER Grillparzer fast forward: Stephan Kimmig inszeniert am Burgtheater "Das goldene Vließ" in einer Light-Version. 

Ganz ehrlich: Wissen Sie, was ein Vließ ist? Mit dem aus der Mode gekommenen Wort, das in neuen Wörterbüchern mit weichem "s" geschrieben wird, ist ein Fell oder auch ein weicher Stoff gemeint. Das "Goldene Vließ" wiederum, dem Franz Grillparzers Medea-Trilogie von 1821 ihren Titel verdankt, ist ein vergoldetes Widderfell. Das mysteriöse Schmuckstück verfügt über magische, Unheil bringende Kräfte und erfüllt im Stück eine ähnliche Funktion wie der "McGuffin" in Hitchcocks Filmen - ein Gimmick, um das sich alles dreht, obwohl niemand so genau weiß, was es eigentlich ist.

  Als Hans Neuenfels vor ziemlich genau zehn Jahren (April 1994) im Burgtheater "Das goldene Vließ" inszenierte, war das Vließ als eine Art österreichischer Nationalfetisch gestaltet: eine schwarzgoldene Fahne mit rotweißrotem Emblem. Stephan Kimmig behilft sich in seiner aktuellen Interpretation


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