KUNST KURZ

Kultur | NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 05/04 vom 28.01.2004

Mit seinem unprätentiösen Ausstellungstitel "something less something more" hat der Künstler Pierre Bismuth eine gute Umschreibung seiner Arbeitsweise gefunden. Bismuths Kunst basiert auf einfachen Ideen, die jedoch eine raffinierte Dramaturgie erzeugen. So zieht der 1963 geborene Wahl-Londoner in der Christine König Galerie (bis 28.2.) eine Wand ein, deren große Löcher wie herausgestanzt wirken. Der Besucher der Schau muss durch die kreisförmigen Öffnungen steigen, um in die verschiedenen Galerienräume zu gelangen - und unweigerlich in Gedanken die Designgeschichte nach Vorbildern für die tolle Holzstruktur durchkämmen. Bismuths Installation lässt auch an Bühnen- oder Filmarchitektur denken, und tatsächlich beschäftigt sich der Künstler häufig mit der Rekontextualisierung von Film. Für sein Video "Link" hat er etwa den Siebzigerjahre-Thriller "Sleuth" auf Fernsehgeräten Dutzender Wohnungen abgefilmt. Während Michael Caine und Lawrence Olivier darin ihre Intrigen spinnen, zappt Pierre Bismuths Film im Film reizvoll durch unterschiedliche TV-Environments.

  Zu einem Rundgang durch das vielgestaltige Ambiente ihrer Klassen lädt auch die Akademie der bildenden Künste vom 28. bis 30. Jänner (Infos unter www.akbild.ac.at). Außerdem ist mit KRACH gerade eine neue Uni-Zeitung erschienen. Das Nachfolgeblatt von 71133 kommt reicher illustriert und studentischer daher. Neben einem Interview mit der neuen Professorin Monica Bonvicini wird - wie jedes Jahr - heftig das Modell "Wichtige Kunstbetriebler kuratieren die Jahresausstellung" kritisiert und zur Rettung des Ernst-Kirchweger-Hauses sowie der tibetischen Hochebene Ngaris aufgerufen.


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