VOR 20 JAHREN IM FALTER

Vorwort | aus FALTER 06/04 vom 04.02.2004

Da tobte die Leserschaft. Der Falter machte zwar aus seinen Absichten kein Hehl, als er ein Umfrageformular beilegte: "Wir haben nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass wir mit unserem Fragebogen nicht nur ein Porträt des Lesers als Leser im Interesse der Redaktion erheben (deren diesbezügliche Einstellung bekanntlich einigermaßen stur ist), sondern vor allem ein Porträt des Leser als Konsument. Dass dieses Porträt die Werbewirtschaft, deren diesbezügliche Einstellung bekanntlich unglaublich offen und flexibel ist, umso mehr interessiert, versteht sich von selbst."

  Die Leserschaft aber sagte Schmecks und schrieb: "Die Idee mit dem Fragebogen - einfach super! Ich hab mich halb totgelacht." (Christian C. Höller) "Endlich habt ihr die Katze aus dem Sack gelassen: Ihr möchtet also auch eine schicke, moderne Zeitung für mittlere Intelligenzler werden." (Rupert Schmidt) "Zu halbherzig nur, euer Volksbefragungsbogen! Die Auskundschaftung des Einkommens, der politischen Meinung und des Rauch- und Kleidungsverhaltens ist zwar ganz hübsch, aber interessiert sich denn kein potenzieller Annoncenkunde für weitere Details meiner Unterkonsumption?" (Jürgen Langenbach) "... ist mir die Magensäure eingeschossen. Verschenken Sie keine hundert Bücher und keine Parisreise und schieben Sie sich Ihre Streupläne in den Ehschonwissen!" (Michael) Seit damals liebt uns die Werbewirtschaft. A. T.


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