1934 und die Folgen

Vorwort | ARMIN THURNHER | aus FALTER 06/04 vom 04.02.2004

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT Von der Angst vor dem gewalttätigen Konflikt ist die Angst vor dem Konflikt geblieben. 

Siebzig Jahre sind nicht genug. Die Debatte um die Ereignisse der Ersten Republik kann geführt werden. Historiker haben das längst getan; eine öffentliche politische Auseinandersetzung ist jedoch unterblieben. Für diese Erste Republik und für den folgenden Austrofaschismus ist der 12. Februar 1934 nur eine Chiffre. Auf sie können sich Leute beziehen, an denen wenig rechts oder links ist außer die feste Position in ebendieser Auseinandersetzung, die sie aber nie zu Ende führen. Mit zusammengebissenen Zähnen bricht man meist ab, wenn etwa vom Dollfuß-Bild im ÖVP-Klub die Rede ist. Man hat Angst, diese Auseinandersetzung könnte wieder in Gewalt münden, also versagt man sie sich und murmelt in den Bart.

  Von den alten Kämpfern sind kaum noch welche am Leben. Die Roten und die Braunen, die miteinander in den Lagern saßen, sind ebenso tot wie die Schwarzen, die


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