STREIFENWEISE

Kultur | MICHAEL OMASTA | aus FALTER 06/04 vom 04.02.2004

Obwohl die Zahl der Filme, an deren Produktion er unmittelbar Anteil hatte, sich an den Fingern einer Hand abzählen lässt, hat Bertolt Brecht im Kino eine markante Spur hinterlassen. Sie reicht von Karl Valentin und G.W. Pabsts "Dreigroschenoper" über Arbeiten von Straub/Huillet und Harun Farocki bis zu "Dogville" von Lars von Trier. Anlässlich einer Ausstellung im Theatermuseum hat die Filmwissenschaftlerin Elisabeth Büttner unter dem Titel "Kunst heißt morgen Politik" für das Filmarchiv Austria eine spannende Retrospektive zu "Theater und Film nach Brecht und Piscator" kuratiert, bei der neben den oben genannten Werken und raren Mitschnitten verschiedener Theaterinszenierungen natürlich auch Piscators einzige Filmregie ("Der Aufstand der Fischer", UdSSR 1934) sowie die zwei großen Spielfilme gezeigt werden, an denen Brecht selbst als Drehbuchautor beteiligt war: "Kuhle Wampe oder Wem gehört die Welt?" (Regie: Slatan Dudow, D 1932) und "Hangmen Also Die!" (Regie: Fritz Lang, USA 1943).

  Gleichfalls mit Nachdruck sei der dritte Programmblock aus der monatlichen Dokumentarfilmreihe "Die unmögliche Liebe" (Filmhauskino, 11.2.) empfohlen. Zu sehen sind "Dezember, 1-31" von Jan Peters, "Good Husband, Dear Son" von Heddy Honigman sowie "Kya ka ra ba a" von Naomi Kawase, drei Videoarbeiten, in denen sich die jeweiligen Filmemacher auf mindestens ebenso persönliche wie unterschiedliche Weise des sensiblen Themenkomplexes von Tod und Erinnerung annehmen - was übrigens, wie im Fall des "rasenden Reporters" Peter, auch ziemlich viel Spaß machen kann.


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