In Island ist es kalt

Kultur | MICHAEL OMASTA | aus FALTER 06/04 vom 04.02.2004

FILM In "Nói Albinói" drückt der Winter schwer auf die Ohren und Herzen schrulliger Kleinstadtbewohner. 

Wovon sollte ein isländischer Film erzählen, wenn nicht von Schnee und Eis? Der Winter liegt, meterhoch, über dem Dorf an der Küste, in dem Nói bei seiner Großmutter aufwächst: Der "Winter" bringt - als Realität und zugleich als Metapher - alles Leben zum Erstarren, bis er es am Ende buchstäblich unter sich begräbt.

  "Nói Albinói" ist ein Film in Weiß, Blau, Grün, der Titelheld ein blasser, hoch aufgeschossener Junge, der sich in einem Erdloch im Keller am wohlsten fühlt. Nói, von Tómas Lemarquis verkörpert, hat eine Mütze und Langeweile, trägt beides ostentativ zur Schau: Der Unterricht langweilt ihn, ebenso seine Klassenkameraden. Eine hoch begabte Rotzpip'n, vermutet der Schulpsychologe; doch als einer der Lehrer zu kündigen droht, wird Nói der Schule verwiesen.

  Verglichen mit den Protagonisten von "Nói Albinói" wirken selbst Kaurismäkis wortkarge


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