AUFGEBLÄTTERT

STEFAN ENDER | Kultur | aus FALTER 06/04 vom 04.02.2004

Neben Theaterstücken, Gedichten, Opernlibretti, Romanen und "Krimipornomelodramen" (Tom Tykwer über die "Schmerznovelle") verfasst der 1964 in Esslingen geborene Helmut Krausser auch Tagebücher, und zwar genau eines pro Monat und Jahr. Im Juli 1994 fing er damit an; "Januar. Februar" umfasst die Tagebücher vom Januar 2001 und Februar 2002 - und die sind super. Krausser ist ein äußerst vielseitig interessierter und ein äußerst meinungsfreudiger Mensch. Er weiß viel über Literatur, Filme, Opern, Schach, Münzen, Römische Geschichte, Wein, Pilze, Comics und Frauen, und er hält auch mit seinen persönlichen Urteilen darüber nicht hinterm Berg. Kafka? "Der Säulenheilige der Totalversager", der "dürre Buddha der Kultur des Leidens". Goethe? Grottenschlechter Lyriker! Des Weiteren kommentiert er Tages- und Äonen-, National- und Weltpolitisches und kotzt mit großem Schwung ungeliebte Feuilletonredakteure überregionaler Tages- und Wochenzeitungen an. Er selbst ist, so er nicht

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