Der Pseudotherapeut

Stadtleben | PETER A. KROBATH | aus FALTER 06/04 vom 04.02.2004

PSYCHOGURU Der Exordenspriester Bert Hellinger ist ein Star der Esoterikszene, mit seiner umstrittenen Methode des "Familienaufstellens" füllt er ganze Säle mit Hilfesuchenden. Was macht den Therapeuten, der sich eines reaktionären Weltbilds bedient, so erfolgreich? Ein Selbstversuch in Wien-Neubau. 

In der Mitte des Raumes ein kleiner Tisch, eine Art Altar mit einer Dinosaurierei-großen Kerze und einem Dutzend bedeutungsschwerer Steine. Im Eck ein Regal mit Hellinger-Schriften, von der "Ordnung der Liebe" über "Mittel und Maß" bis hin zum "Abschied". Willkommensworte der circa fünfzigjährigen Gruppenleiterin: An diesem Wochenende im Neubauer Seminarzentrum Hofgarten erspare man sich gut 500 Therapiestunden. Und das um nur 250 Euro. Dann die Vorstellungsrunde der Teilnehmer: Ich hab schon öfter. Ich würde gern einmal. Ich hab so viel darüber gehört - fünfzehn Frauen zwischen zwanzig und sechzig, fünf Männer zwischen dreißig und vierzig. Das Tischchen wird zur Seite geschoben,


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