Vranitzkys Buch

Erinnerungen, keine Abrechnung

Politik | aus FALTER 07/04 vom 11.02.2004

Autobiografien von Politikern bewegen sich stets auf schwierigem Terrain. Sie müssen einerseits darauf achten, nicht zur Selbstrechtfertigung zu verkommen, und sollten andererseits nicht dazu missbraucht werden, alte offene Rechnungen zu begleichen. Zugleich erwartet das Publikum diese beiden Dinge von ihnen. Auch bei Franz Vranitzky, von 1986 bis 1997 Bundeskanzler, zuvor Finanzminister und davor Direktor der Länderbank, ist das nicht anders.

  Wie war das mit Androsch, dessen Seilschaft man ihn erst zurechnete, ehe es zum Bruch kam? Wie war das mit Kreisky, der erst die Bankkarriere des Talents Vranitzky zumindest nicht behinderte, dann misstrauisch dessen Beziehung zu Androsch registrierte, später sich im Groll zurückzog, als Vranitzky der ÖVP das Außenministerium abgeben musste, und sich schließlich doch mit ihm versöhnte? Autor Vranitzky enttäuscht seine Leserschaft nicht, all das wird in seinen dieser Tage erscheinenden "Politischen Erinnerungen" abgehandelt.

  Wer aufs


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