KUNST KURZ

NICOLE SCHEYERER | Kultur | aus FALTER 07/04 vom 11.02.2004

Wenn sich Kirsten Pieroth auf ihr Fahrrad schwingt und in elegant aufrechter Haltung durch Kopenhagen saust, hat das durchaus dadaistischen Charme: Die deutsche Künstlerin sitzt in ihrem Video nicht auf dem Sattel, sondern auf der Lenkstange des Rades. Aus dem Titel des Films erfährt der Betrachter, dass Pieroth zu einer Ausstellungseröffnung unterwegs ist, und schon erfährt die anmutige Übung einen Schlenker in Richtung Kunstbetrieb. Pieroths Video ist Teil der Gruppenausstellung "Prisma" in der Galerie Martin Janda (bis 6.3.), die der ehemalige Betreiber des offspace und jetzige Janda-Mitarbeiter Andreas Huber kuratiert hat. In Anlehnung an die "prismatische" Qualität von Arvo Pärts Musik sollen die gezeigten Arbeiten alltägliche Faktizität in deren unsichtbare Facetten aufspalten. Eine schöne Idee, die die poetischen Zugänge von Massimo Grimaldi, Carla Åhlander, Tue Greenfort, Gernot Wieland und Diego Perrone gelungen in gemeinsame Schwingung versetzt.

  Auch Franz West

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