Eminem senior

Kultur | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 07/04 vom 11.02.2004

MUSIK Der amerikanische Songwriter-Meister Randy Newman gastiert in Wien. Er spielt ausschließlich alte Lieder, die aber zum Teil wie neu klingen. 

Randy Newman ist im vergangenen November sechzig Jahre alt geworden, und der grau melierte Herr auf dem Schwarz-Weiß-Cover seines aktuellen Albums sieht auch keinen Tag jünger aus. Aber erstens ist sechzig heutzutage auch im Rockbusiness kein Alter mehr (Mick Jagger ist vier Monate älter!), zweitens war Newman ohnedies nie die Stimme der zornigen Jugend - und wenn er im Simmeringer Gasometer demnächst ein Solokonzert gibt, wird der Zuschauerraum selbstverständlich bestuhlt sein.

  So wie Philip Roth in der Literatur oder Woody Allen im Kino verkörpert Randy Newman in der Musik die Rolle des spöttischen US-Intellektuellen; der wesentliche Unterschied ist, dass Newman sich selbst (und seine jüdischen Wurzeln) fast nie zum Thema macht, sondern mit Vorliebe in Charaktere schlüpft, die möglichst wenig mit ihm zu tun haben: In seinen


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