Unterm Brunnenmarkt

Kultur | MAYA McKECHNEAY | aus FALTER 07/04 vom 11.02.2004

FILM Kenan Kilics semidokumentarische "Nachtreise" führt in die Welt der türkischen Clubs von Wien. 

Was für ein irritierendes Stück Kino: Man sitzt, schaut und ist sich lange Zeit nicht sicher, ob es sich nun um einen Dokumentarfilm oder einen Spielfilm handelt, und wo sie hinwill, diese "Nachtreise", die bei den Straßenkehrern am morgendämmrigen Brunnenmarkt beginnt, um irgendwann in das warme Innere eines türkischen Souterrainclubs abzutauchen, Männer beim Rauchen, Trinken, Kartenspielen zu beobachten und schließlich minutenlang bei einem Musiker zu verweilen. Und es wird sich auch im Weiteren nicht allzu viel ändern, an dieser Bewegung ziellosen Dahintreibens. Der erste Langspielfilm des 1962 in Istanbul geborenen Wieners Kenan Kilic ist nicht wirklich um Narrativität bemüht, vielmehr wirken die dialoghaltigen Spielszenen wie Fremdkörper in einem Dokumentarfilm über die Routinen eines türkischen (und exklusiv männlichen) Clublokalmilieus.

  Kilics "Nachtreise" entwickelt


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