Sauce ohne Braten

Kultur | STEFAN ENDER | aus FALTER 07/04 vom 11.02.2004

LITERATUR Dank eines neuen Readers kann man sich wieder durch die funkelnden literarischen Miniaturen von Alfred Polgar lesen. 

Wie er wohl war? Betrachtet man die grobkörnige Schwarz-Weiß-Fotografie am Umschlag von Ulrich Weinzierls Polgar-Biografie, so blickt einem ein zarter Mann frühen mittleren Alters mit sanfter Konzentration und ebensolchem Schnurrbart entgegen, die fragile rechte Hand in Denkerpose das Schriftstellerhaupt stützend: Man denkt an Willi Forst in "Bel Ami". Ein anderes Fotoporträt zeigt einen gut sechzigjährigen, gepflegten Mann mit halb gerauchter Zigarette im Mund und einem Anflug von resignativer Melancholie im Blick.

  Fest steht: Wenn Polgars sprachliches Stilgefühl von einem entsprechenden für textile Umhüllungen begleitet war, muss er eine beeindruckende Erscheinung gewesen sein.

  Obwohl: Arthur Schnitzler, zeitweilig Arzt Polgars und mitunter wegen der einen oder anderen ungnädigen Polgar-Diagnose über eines seiner, Schnitzlers, literarischen


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