Krieg der Steine

Politik | ERICH KLEIN | aus FALTER 08/04 vom 18.02.2004

ZEITGESCHICHTE Der Bürgerkrieg im Februar und die Ermordung von Kanzler Engelbert Dollfuß im Juli 1934 waren die Traumata der Ersten Republik. Ein Spaziergang durch Wien zu den Denkmälern, die an jene Zeit erinnern.

In der Provinz ist es noch schwerer als in Wien, die Februartoten zu finden", heißt es in einer Erzählung von Anna Seghers, die sich 1935 in der Steiermark auf die Suche nach Spuren des hingerichteten Arbeiterführers Koloman Wallisch machte. Siebzig Jahre später trifft dasselbe auch auf Wien zu. Zwar haben die über 300 Toten des rot-schwarzen Bürgerkrieges des Jahres 1934 am Zentralfriedhof ihre Grabstätten bekommen, die Aufständischen als "Februaropfer", die Polizisten und das Militär als "Opfer der Pflicht" einen monumentalen Engel, ansonst scheint der Bürgerkrieg außerhalb der Geschichtsbücher und Gedenktage keine Spuren hinterlassen zu haben. Gräben sollen nicht aufgerissen werden, Gräber schon gar nicht - die "biologische Lösung", wie Hans Magnus Enzensberger


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