Kidman im Krieg

Kultur | DREHLI ROBNIK | aus FALTER 08/04 vom 18.02.2004

FILM Im Historienschmachtfetzen "Cold Mountain" trennt der Bürgerkrieg den Süden vom Norden, die Gewalt vom Gesetz und Jude Law von Nicole Kidman. 

Waren Amerikas Kriege immer schon unübersichtlich, konturlos, entregelt? Diese Vermutung legt "Cold Mountain" nahe, ein Historienschinken, der wie "Master and Commander" und "The Last Samurai" Facetten heutiger Kriege aus der Geschichte des 19. Jahrhunderts herausarbeitet. Krieg ist hier Kuddelmuddel, prekäre Intimität mit "anderen". Dies nicht nur, weil "Cold Mountain" die Endphase des US-Bürgerkrieges anno 1864 ausmalt, sondern auch, weil er Krieg und Sex breitspurig parallelisiert und miteinander verflicht. Zu Beginn sind massenhaft Soldatenkörper im Kampf ineinander verkrallt, am Ende geraten zwei Leiber in der haltlosen Nähe eines endlich vollzogenen Liebesakts aneinander. Die da nach langer Trennung ficken, sind Nicole Kidman und Jude Law. Die Wiedervereinigung der Stars und ihrer Figuren serviert uns der Film als erzählerisch-kompositorische


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