Herr Haber hebt ab

Kultur | TOBIAS HEYL | aus FALTER 08/04 vom 18.02.2004

LITERATUR Christoph Heins "Landnahme" erzählt von Opportunisten in der DDR und geht über den historischen Einzelfall weit hinaus. 

Die Deutschen sind wieder einmal dabei, ihre Erinnerung neu zu ordnen. Es geht nicht darum, die Einzigartigkeit des Nationalsozialismus infrage zu stellen. Der größte Teil der Täter lebt nicht mehr, aber einer Generation, die als Kinder und Jugendliche Bombenangriffe und Vertreibung erlebt haben, bietet sich in diesen Jahren die letzte Chance, ihre eigenen Erfahrungen als mittelbare Kriegsopfer öffentlich zur Sprache zu bringen: Was bis vor wenigen Jahren noch gar nicht so einfach war, wollte man nicht mit reaktionären Veteranen oder Vertriebenen verwechselt werden.

  Der enorme Erfolg so unterschiedlicher Bücher wie Günter Grass' "Krebsgang" oder Jörg Friedrichs "Der Brand" in der deutschen Öffentlichkeit hängt mit diesem Bedürfnis zusammen, ohne falschen politischen Beigeschmack über eigene Traumata sprechen zu dürfen. Deshalb zieht jetzt


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