SPIELPLAN

Kultur | C. WURMDOBLER | aus FALTER 08/04 vom 18.02.2004

Das Theater ISKRA zeigt im dietheater Konzerthaus den Monolog "Und schreibe aufs Blatt meine Gefühle" (bis 28.2.), der die Aussiedlung Kärntner Slowenen 1942 zum Thema hat. Wobei: Monolog ist es eigentlich gar keiner, die Schauspielerin Evelyn Fuchs interagiert nämlich mit der Querflöte spielenden Stück-Autorin Laura Ippen. Es ist wie in einem Hörspiel - und möglicherweise liegt darin auch das Problem dieses sehr statischen und sehr schweren Abends. Die Zuschauer sitzen im Kreis um eine fast leere Fläche. Vier seltsame Skulpturen bilden eine Art Gedächtnisraum, in dem eine deutsche Schauspielerin zweisprachig Kärntner Geschichte aufarbeitet (Regie: Nika Sommeregger). Im Hörfunk ist das ganz okay, im Theater eine Spur zu wenig.

  Vom Opfer zum Mitläufer: noch ein Monolog, allerdings bekannt aus Funk und Fernsehen. Im Theater im Zentrum läuft Carl Merz' und Helmut Qualtingers "Der Herr Karl" (bis 1.4.) mit Heribert Sasse in der Titelrolle. Wahrscheinlich ist Sasse der Einzige, der so was darf und kann, weil er eben nicht einen auf Qualtinger macht, sondern die Arschlochhaftigkeit dieser legendären Wiener Figur auf seine Weise bringt. Sasse adressiert Gschichtln, Blicke oder Seufzer direkt ans Publikum und schafft sich damit ein Visavis (Regie: Thomas Birkmeir). Der Aufführungsort ist aus zwei Gründen interessant: Einerseits logiert hier das Theater der Jugend, und die Jungen ("Sie san a junger Mensch") können in diesem Stück Geschichte lernen. Außerdem war hier einst das "Intime Theater", in dem Qualtinger selbst oft auf der Bühne stand. So gesehen ist das der beste Ort für den "Herrn Karl". Dass es statt Feinkostkisten nur Römerquelle-Leichtflaschen gibt, dürfte am Sponsor liegen, inhaltlich hat es keinerlei Bedeutung.


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