STADTRAND

Faschingsdienst, arg!

Stadtleben | aus FALTER 08/04 vom 18.02.2004

Hurra, am Dienstag ist es wieder so weit: Mitglieder diverser Berufsgruppen haben sich vertraglich dazu verpflichtet, am Faschingsdienstag aus Gründen der allgemeinen Heiterkeit lustige Kostüme überzustreifen. Anders ist es jedenfalls nicht zu erklären, dass Jahr für Jahr am Ende der Faschingszeit missmutig dreinblickende Dienstleister zu missmutig dreinblickenden Faschingsdienstleistern mutieren. Mittels Schminke und Narrenkappe versuchen sie wieder, den Frohsinn hinter Wursttheken, Bankschaltern, in Amtsstuben oder Stammbeisln zu bringen. Bemitleidenswert, aber womöglich ist die Situation für einige Bankkunden ja lustiger, wenn der Mann, der ihnen gerade erklärt, dass sie ihr Konto nicht überziehen können, einen Cowboyhut trägt. Scheichs sind aus der Mode gekommen, angeblich war diese Verkleidung in Tankstellen sehr beliebt. In den Bäckereien gehen sie gern als Freudenmädchen, in den Bordellen verkleidet sich die Belegschaft allerdings eher nicht als Bäckereiangestellte. Im Fitnesscenter tragen Trainer Schwesternuniformen, Krankenpflegerinnen malen sich Herzerln ins Gesicht. Und im Finanzamt sind am Faschingsdienstag Gangster-Outfits angesagt, Bankräuber machen einen auf Beamte. Obwohl: Das zumindest wäre mal echt originell. C. W.


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