Gurr! Gurr!

Stadtleben | WOLFGANG PATERNO | aus FALTER 08/04 vom 18.02.2004

TIERLIEBE Die einen bezeichnen sie als "Bazillenschleuder" und "Luftratten", Frau Rieder sagt zu ihren Stadttauben "Gipsy" und "Rupfizupfi". Geschichte einer kuriosen Leidenschaft. 

Leib und fast das Leben hat sie schon riskiert, deshalb will die zierliche Dame irgendwie heißen, sie will irgendwo wohnen. Sandra Rieder heißt in Wirklichkeit also nicht Sandra Rieder, sie wohnt, das ja, in einem Innenstadtbezirk, sie ist 63 Jahre alt, sie ist die Taubenfrau. Sie füttert im Park, ist das Wetter gruselig, regelmäßig die Tauben. In einem, tja, taubengrauen Mantel, mit einer taubengrauen Mütze am Kopf. "Wie ein Wasserfall, von allen Seiten kommen sie daher", sagt sie.

  Oft ist sie dabei angesprochen worden: "Dürfen S' denn das?", wurde sie gefragt, "Anzeigen werd ich Sie!", wurde ihr gedroht. Fäuste wurden ihr entgegengereckt, zweimal ist ihr jemand mit einem Regenschirm hinterher, deshalb will die ehemalige Krankenschwester jetzt Rieder heißen.

  "Hund, Katz, Reh, Maus. Alles, was


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