Editorial

jung und arbeitslos

Extra | Christian Zillner | aus FALTER 09/04 vom 25.02.2004

Auf dem Foto sind junge (arbeitslose) Schauspieler zu sehen, die ein Stück von Jura Soyfer über Arbeitslosigkeit aufführen. Jura Soyfer, Jugendarbeitslosigkeit - das klingt für jemanden meiner Generation (bin 44), als sei er versehentlich in eine Zeitmaschine geraten und in den 1920er-Jahren gelandet. Früher hätte man die Idioten in der Regierung für solche Zustände verantwortlich gemacht, heute erklären uns Politiker und Arbeitsmarktexperten, von den 50.000 arbeitslosen Jugendlichen benähmen sich viele so idiotisch, dass sie ihre Arbeit verlieren oder keine bekommen. Ich versuche gerade, mich so zu fühlen, als hätten sie mir gesagt, ich sei zu blöd für einen Job. Gutes Gefühl. Und was soll ich Idiot sagen, die Politiker und Experten haben sicher Recht, schließlich habe ich keinen Job - muss mein Fehler sein. Aber, so tröstet mich eine Theaterregisseurin, von den jungen Menschen gehen die Veränderungen in der Gesellschaft aus. Jetzt frage ich mich nur, was geschieht, wenn es in einer Gesellschaft zu wenige junge Menschen gibt? Idiotische Frage.


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