Mikrophysik der Macht

Politik | ROBERT MISIK | aus FALTER 09/04 vom 25.02.2004

PHILOSOPHIE In neu aufgelegten Schriften und Reden Michel Foucaults kann man dem Pariser Gelehrten beim Denken zusehen - und beim Erfinden jener Begriffe, ohne die heute kein sozialphilosophischer Diskurs mehr auskommt. 

Der Mann war, zu Lebzeiten schon, nicht irgendein Professor. Trotz seiner Vortragsweise, die schrill mit den antiautoritären Zügen der Zeit kontrastierte, drängten sich die Studenten in seinen - im Wortsinn - Vorlesungen. Weil sonstige Zugangsbeschränkungen nicht möglich waren, setzte er die Veranstaltungen auf 9.30 Uhr am Morgen an, in der Hoffnung, so Studenten abschrecken zu können. Als er 1970 den Lehrstuhl am Collège de France übernommen hatte, war Michel Foucault im französischen Gelehrtenolymp angekommen.

  Jetzt, zwei Jahrzehnte nach Foucaults frühem Aidstod, wird sein Revre nach und nach auch auf Deutsch komplettiert. Seit zwei Jahren bringt der Suhrkamp-Verlag Foucaults Reden und Schriften heraus. Band drei der auf vier Bände zu je rund tausend Seiten


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