Sexismus unter Soldaten

Politik | EVA WEISSENBERGER | aus FALTER 09/04 vom 25.02.2004

BUNDESHEER Die SPÖ beanstandet ein Inserat in der Zeitschrift "Truppendienst". 

Diesmal haben die Damen immerhin Slips und Strümpfe an. Im Herbst waren sie noch ganz nackt. Damals hatte die SPÖ-Abgeordnete Bettina Stadlbauer auf der Bundesheer-Homepage inoffizielle Fliegerabzeichen entdeckt, auf denen sich barbusige Frauen räkelten. Verteidigungsminister Günther Platter versprach daraufhin, es werde "auch weiterhin alles veranlasst werden, um Diskriminierungen jeglicher Art hintanzuhalten".

  Doch nun wurde Stadlbauer wieder fündig. Auf der Rückseite der aktuellen Ausgabe des Magazins Truppendienst - Zeitschrift für Führung und Ausbildung im Österreichischen Bundesheer, die vom Verteidigungsministerium herausgegeben wird, prangt ein Eigeninserat. "Sehr geehrte Wirtschaftstreibende!", heißt es dort: "Wir bieten Ihnen 50.000 aufmerksame Werbeinteressenten. Drei davon sehen sie oben." Das Bild darüber zeigt drei Soldaten beim Joggen, die auf ein sexy Palmers-Plakat gaffen.

  Für Stadlbauer wird das Bundesheer damit zum "Wiederholungstäter in Sachen Sexismus. Wenn private Unternehmen mit nackten oder halbnackten Frauen, die auf ihre Sexualität reduziert werden, werben, ist das bedauerlich genug. Offizielle Organe des Bundes müssen jedoch derartigen Sexismus und plumpe Anspielungen auf männliche sexuelle Fantasien unterlassen."

  Stadlbauer will von Platter in einer parlamentarischen Anfrage wissen, wer für das Inserat verantwortlich ist. Im Ministerium will man der Antwort nicht vorgreifen. Ein Sprecher wundert sich nur, warum nun das Heer in die Schusslinie kommt, "wo das Plakat doch offenbar schon auf der Straße hing".


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