Unser Mann fürs Grobe

Kultur | KARIN CERNY | aus FALTER 09/04 vom 25.02.2004

FILM Georg Friedrich ist im österreichischen Film der Mann für die Lederjackenrolle - entsprechend häufig ist er im Einsatz. Porträt eines körperlichen, aggressiven Schauspielers, der privat ganz anders ist. 

Wenn ein echter Wiener zuschlägt, dann tut er sich hinterher schrecklich Leid. Schließlich waren es die anderen, die ihn dazu getrieben haben. "Jede Frau, was i g'habt hab, hat ma nur weh tan", jammert Andi in Ulrich Seidls Film "Hundstage". Und die Stimme des jungen Proleten im Unterleiberl, mit der fetten Goldkette um den Hals und einer Aggression, die unter einer dünnen Haut liegt, schraubt sich hoch, bis sie zusammenbricht. Bis sie ganz weinerlich wird. Bis sie sich anhört, als ob der Mann gerade erst im Stimmbruch wäre und am liebsten schnell heim zu Mama laufen würde.

  Eigentlich ist er vorbeigekommen, um sich bei einer Frau, die er kaum kennt, für einen gewalttätigen Abend, eine wilde Entgleisung mit einem Kumpel, zu entschuldigen. Stattdessen gehen die Gefühle


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