ZEITSCHRIFT

Hilfreiche Kolik

Kultur | MICHAEL OMASTA | aus FALTER 09/04 vom 25.02.2004

Was wiegt's, das hat's. Anlass für dieses Projekt", so schreiben die Herausgeber im Vorwort, "war nicht zuletzt die willkürliche politische Einflussnahme auf die Diagonale, welche die öffentliche Auseinandersetzung mit Letzterem im vergangenen Jahr bestimmte." Und so ist im zur Diagonale erschienenen Sonderheft Film der Literaturzeitschrift "kolik" ausnahmsweise mal wieder vom heimischen Kino selbst die Rede: in 18 höchst diversen Beiträgen, die einen kompakten Überblick über den Status quo - vor allem der Spielfilmproduktion - geben.

  Diskussionsstoff werfen die Essays, Filmbeschreibungen und Analysen (auch Karin Cernys Porträt von Georg Friedrich - siehe Artikel oben - ist in einer kürzeren Fassung in der kolik nachzulesen) mehr als genug ab: Wie ist es um die filmische Repräsentation von Frauen bestellt? Wozu dient ein nationales Filmfestival? Was hat's mit dem Austro-Blockbuster auf sich? Warum heißt Kitsch bei uns Realismus? Und was, bitte, wurde aus dem so oft beschworenen "österreichischen Filmwunder"?

  Eine anregende Lektüre also. Die richtigen Fragen sind den Autoren wichtiger als die falschen Antworten. Dass auch bei der Diagonale häufig allzu unverbindlich über Film, Politik, das Kino diskutiert wird, ist eine Tatsache. Da kann eine kolik ganz hilfreich sein.

kolik.film (Sonderheft 1/2004) Hg. von Dominik Kamalzadeh, Michael Loebenstein, Michael Pekler, Dieter Pichler, Isabella Reicher. 120 S., E 8,-


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