Gedemütigt und gut gebräunt

Kultur | MAYA McKECHNEAY | aus FALTER 09/04 vom 25.02.2004

FILM Das ungarische Jugenddrama "Schöne Tage" ("Szép Napok") ist eine hundsgemein hoffnungslose und visuell aufregende Abhandlung über die menschliche Freiheit. 

Das Leben birgt längst kein Versprechen mehr. Der Sommer nicht, die Jugend nicht und auch nicht der Pool, der blau, glatt und unberührt daliegt, während sich die Bikinimädchenkörper auf den Betonstufen bräunen. "Schöne Tage" ("Szép Napok"), der Titel des zweiten Spielfilms des jungen Ungarn Kornél Mundruczó, ist reine Ironie; schön ist an den Tagen, von denen er handelt, gar nichts - von den tiefenscharf fotografierten, extrem ästhetischen Raum-Körper-Konstellationen vielleicht einmal abgesehen.

  Um hinter die Fassaden zu schauen, muss die Kamera nur der androgynen Maya (Orsi Tóth) aus der Sonne in die Dusche folgen. Dort steht sie dann, resigniert an sich herabblickend, und will von der Freundin wissen, ob sie unter dem schmal rasierten Schamhaar nicht irgendwie ausgeleiert wirke. Denn vor nicht langer Zeit


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