OHREN AUF!

Gänsehaut rules

Kultur | SEBASTIAN FASTHUBER | aus FALTER 09/04 vom 25.02.2004

Viele der schönsten Popsongs sind mitten in den tiefsten Depressionen ihrer Schreiber entstanden. Da weint man in der Regel gerne mit. Dass im Gefolge von Bands wie Radiohead aber immer mehr und immer jüngere Musiker öffentlich leiden, stellt manchmal vor gewisse Probleme. So muss man nicht gleich die stumpfe Authentizitätskeule schwingen, um zahlreiche Exponenten der neuen Heulsusigkeit als Poseure zu enttarnen - es reicht ja schon, wenn man beim Hören ihrer Songs nichts spürt. Dass es anders auch geht, beweisen zurzeit einige Grenzgänger zwischen echtem Leiden und der Freude an der Idee vom Leiden.

Da gibt es etwa Finn Andrews, einen noch während der Pubertät zum Musizieren nach London abgewanderten Neuseeländer mit Hang zur Dauermelancholie. The Veils heißt seine Band, "The Runaway Found" (Rough Trade/ Musica) das bei einer guten Adresse veröffentlichte Debütalbum. Andrews beweist darauf ein Händchen für Breitwand-Songs, die meist vom Leiden fern der Heimat erzählen. Irgendwo


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