"Wie die letzten Indianer"

Kultur | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 09/04 vom 25.02.2004

LITERATUR Auf seiner Reise zu den "Hundeessern von Svinia" begegnet Karl-Markus Gauß dem Elend der Roma und dennoch nicht nur Schmutz und Armut. 

Karl-Markus Gauß hat mit seinem mittlerweile recht respektabel dimensionierten und sich gerade in letzter Zeit fast verstörend flott vergrößernden Werk ein eigenes Terrain geschaffen. Der Salzburger Essayist und Literaturkritiker ist zu einem - längst über die Landesgrenzen hinaus bekannten und geschätzten - Spezialisten für die Randlagen und Randständigen Europas avanciert. Darin äußert sich freilich weder ein nostalgisches Faible für aussterbende Völker und Kulturen noch ein romantischer Exotismus, der das Eigentliche im Ephemeren aufspüren möchte, als vielmehr eine profunde Skepsis gegenüber der zur Ideologie aufgeblähten Auffassung, dass das, was sich durchsetzt, deswegen auch schon den Namen Fortschritt verdiene.

  Gauß, der nicht gerade für seine Neigung zum trauten gemeinsamen Kirschenverzehr bekannt ist, kann in tagesaktueller


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